Schnell eingebaut, minimaler Eingriff: Grossschraubfundamente für einen Solarcarport im XL-Format

Über dem Parkplatz eines Westschweizer Industrieunternehmens entsteht derzeit eines der grössten Holz-Solarcarports der Waadt. 1’422 Photovoltaik-Module, 122 Stellplätze und ein Projekt, das zeigt, was Grossschraubfundamente auf bestehendem Belag leisten können: Sie lassen sich schnell einbauen, greifen den bestehenden Belag kaum an und funktionieren auch in schwierigem Baugrund.

Grossschraubfundament am Baggerarm, bereit für den Einbau — über 4 Meter Länge und 40 Tonnen Tragkraft.

Ein Parkplatz wird zur Stromquelle

In Tolochenaz (VD) lässt die Romande Énergie SA einen vollständig überdachten Parkplatz mit Solaranlage bauen. Das Projekt funktioniert nach dem Contracting-Prinzip: Romande Énergie finanziert und betreibt die Anlage, das Unternehmen vor Ort kauft den produzierten Strom über eine Laufzeit von rund 20 Jahren. Damit das Modell aufgeht, muss die Anlage wirtschaftlich eng geplant sein. Bauzeit und Eingriff in den bestehenden Belag sind dabei keine Nebenpunkte, sondern Teil der Kalkulation.

Jonathan Gros, Projektverantwortlicher der z-part.group, beschreibt das als zentrale Ausgangslage. Bei einer klassischen Betonlösung hätte man den Untergrund grossflächig aufgefräst und den Beton aushärten lassen. Das kostet Zeit, erzeugt Folgekosten und hinterlässt Spuren im Belag. Hier sollte beides vermieden werden.

1'422 Solarmodule über 122 Stellplätzen — ein Solarcarport, der sich über 20 Jahre finanziell rechnen soll und gleichzeitig Strom direkt am Verbrauchsort produziert. (Visualisierung: Swisscarport / Max Zumstein AG)

Ein Projekt im XL-Format

Der Carport selbst, den Swisscarport (Max Zumstein AG) in Tolochenaz realisiert, trägt eine Holztragstruktur. Nicht Stahl, sondern Holz nimmt die Last der PV-Anlage auf und überspannt den gesamten Parkplatz. Ausgelegt ist die Anlage auf rund 625 Kilowatt installierte Leistung. Das entspricht dem Jahresstrom von rund 130 Einfamilienhäusern, produziert direkt auf dem Firmenareal.

Für die z-part.group ist das Projekt in mehrfacher Hinsicht besonders: Es ist das erste Carport dieser Dimension, das die z-part.group mit 22 Grossschraubfundamenten gründet, und damit der erste Grosseinsatz dieser Fundamentlösung in einem Projekt dieser Grössenordnung auf bestehendem Belag.

Das Dach als Kraftwerk: Über dem gesamten Parkplatz entsteht eine zusammenhängende PV-Fläche mit 1'422 Solarmodulen. (Visualisierung: Swisscarport / Max Zumstein AG)

Die Frage nach dem Fundament und ihre eindeutige Antwort

Unter diesen Vorgaben wurde die Fundamentfrage zentral. Eine klassische Betonlösung hätte grössere Aushubarbeiten, mehr Maschinen und deutlich stärkere Eingriffe in den bestehenden Belag bedeutet. Bei einem Projekt, das sich wirtschaftlich über die Betriebslaufzeit tragen muss, fallen solche Zusatzaufwände ins Gewicht, so Gros.

Der Einbau erfolgt punktuell: Pro Fundament wird eine rund 70 × 70 Zentimeter grosse Öffnung im Asphalt ausgefräst, das Fundament eingedreht und die Öffnung anschliessend wieder geschlossen. Die Parkplatzfläche muss also nicht flächig geöffnet und neu aufgebaut werden.

Das Ergebnis: 22 Grossschraubfundamente für die mittleren Stützreihen, wo die Drucklasten aus dem Dach besonders hoch sind, ergänzt durch eine weitere, kleinere Fundamentserie für die äusseren Stützen. Dort wirken starke Horizontalkräfte aus Wind und Dachgeometrie. Sie verlangen ein steiferes Fundamentsystem und hätten bei einer klassischen Betonlösung deutlich aufwändigere Verankerungen erfordert.

Das über 4 Meter lange Schraubfundament bohrt sich ins Erdreich.
Flansch des Grossschraubfundaments vor dem Einbau.

Expertise, die den Unterschied macht

Die Grossschraubfundamente und die dazugehörige Maschinentechnik entwickelt und produziert die deutsche Krinner-Gruppe. Die z-part.group ist der einzige autorisierte Vertriebspartner für Krinner-Schraubfundamente in der Schweiz und Österreich. Dass Alois Huber und Andreas Harlander persönlich aus dem deutschen Strasskirchen nach Tolochenaz kamen, zeigt, wie eng die beiden Unternehmen in der Praxis zusammenarbeiten.

Für Jonathan Gros war diese Unterstützung entscheidend. Die Erfahrung von Huber und Harlander sei unentbehrlich gewesen. Wenn Jarek und Slawomir von z-build gemeinsam mit Alois und Andreas auf der Baustelle arbeiteten, stehe nicht nur zusätzliches Personal bereit, sondern gebündelte Erfahrung im Einbau solcher Fundamente.

Das Team auf der Baustelle (v.l.n.r.): Alois Huber und Andreas Harlander (Krinner, Strasskirchen)
Slawomir Hadam (z-build)
Jarek Kuzniar (z-build)

Auch an der Schnittstelle zum Holzbau wurde die Lösung positiv beurteilt. Max Zumstein, Geschäftsführer der Max Zumstein AG, sagt, die Zusammenarbeit mit der z-part.group habe wie immer sehr gut funktioniert. Die Kombination aus seinen Holzbau-Carports und Schraubfundamenten funktioniere einwandfrei.

Gerade bei Parkplätzen mit bereits fertigem Bodenbelag erscheine diese Fundamentvariante ideal und dank des Verbunds mit dem Betonsockel zwischen Schraubenkopf und Stahlpfosten lasse sich die Einlageplatte für die Aufnahme der Pfosten exakt positionieren. Künftig wolle man diese Fundamentvariante bei fertigen Bodenbelägen bevorzugt einsetzen, so Zumstein.

Schwieriger Boden als Prüfstein

Der Standort in Tolochenaz liegt auf einem historisch mehrfach genutzten Industrieareal am Seeufer. Auffüllungen, alte Leitungen und lückenhafte Informationen zum Untergrund machten den Einbau anspruchsvoll. Hier musste sich zeigen, ob die Lösung auch unter schwierigen Bedingungen trägt.

Alois Huber beschreibt die Verhältnisse: „Wir hatten Granitsteine, haben sogar Fundamente verbogen — das hatten wir noch nie auf einer Baustelle. Dann bindige Böden, die im Rohr nicht hochrutschen. Da muss man die Fundamente leerbohren. Es sind schon schwierige Bedingungen — aber das macht eine Herausforderung ja spannend.”

Für die z-part.group war Tolochenaz damit nicht nur ein Grossprojekt, sondern auch ein Projekt, aus dem sich viel für künftige Vorhaben ableiten lässt. Die Erfahrung aus dem Einbau schafft eine bessere Grundlage, um vergleichbare Vorhaben künftig präziser zu planen und wirtschaftlich genauer zu beurteilen.

Erdbohrschnecke wird nach dem Einsatz von Lehmmaterial befreit.
Das nächste Grossschraubfundament wird am Baggerarm angebracht.

Zusammenarbeit, die vor dem Vertrag beginnt

Die z-part.group übernahm die Fundamentierung, das Ingenieurbüro Bernard et Forestier die statische Planung, Swisscarport (Max Zumstein AG) die Holztragstruktur und PV-Anlage. Bauunternehmer Camandona ergänzte das Team situativ; es war bereits das zweite gemeinsame Projekt, die Arbeitsweise war bekannt, die Abläufe eingespielt. Dass diese Konstellation funktionierte, lag laut Jonathan Gros nicht nur an den jeweiligen Fachgebieten, sondern auch an der Art der Zusammenarbeit.

Zitat:

«Wenn nach zwei Sitzungen alle per Du sind und sich die Dinge direkt sagen, entstehen Lösungen schneller als neue Probleme.»
Jonathan Gros, Projektverantwortlicher z-part.group

Jonathan Gros, Projektverantwortlicher z-part.group

Die Kernpartner arbeiteten intensiv zusammen, bevor überhaupt ein Vertrag unterzeichnet war. Gemeinsame Sitzungen, Schnittstellenklärungen und Kalkulationsfragen wurden in einer Phase geklärt, bevor der Auftrag definitiv vergeben war. Jonathan Gros sieht genau darin einen Erfolgsfaktor: Wenn man sich früh direkt austausche und Probleme gemeinsam löse, entstünden Lösungen schneller als irgendwelche Zuständigkeitsdebatten.

Was Tolochenaz zeigt

Tolochenaz zeigt, wo die Stärken von Schraubfundamenten liegen: Gerade in dieser Kombination aus Projektgrösse, Zeitdruck und schwierigen Bodenverhältnissen wird sichtbar, warum sich die Beteiligten gegen Beton- und für Schraubfundamente entschieden.

Tolochenaz ist für die z-part.group Referenz und Lernprojekt zugleich. Laut Jonathan Gros stehen weitere Projekte dieser Art in Aussicht. Sobald die Verträge unterzeichnet sind, kann es losgehen.

Das Projekt in Zahlen

Calepinage-Plan (Ausschnitt): Modulverteilung über die gesamte Parkplatzfläche. Quelle: Romande Énergie Services SA

Standort

Tolochenaz, Kanton Waadt

Betreiber

Romande Energie SA

PV-Module

1’422 × 440 W

Installierte Leistung

ca. 625 kW

Stellplätze

122

Tragstruktur

Holz, Swisscarport (Max Zumstein AG)

Fundamente

22 Grossschraubfundamente + Zusätzlich eine weitere Serie für die äusseren Stützen

Fundament-Spezialist

z-part.group, unterstützt durch Krinner, Strasskirchen

Statik

Bernard et Forestier Ingénieurs civils SA

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